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Klinische Studie über die Pars-plana-Vitrektomie bei Glaskörpertrübungen


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Geschrieben von Floco Tausin am 23. November 2005 18:27:54:

Neues aus der Augenheilkunde

Die Studie: „Pars-plana-Vitrektomie bei idiopathischen Glaskörpertrübungen“ wurde im September veröffentlicht. Ziel ist es, etwas über die Sicherheit und Effektivität der Pars-plana-Vitrektomie (operative Entfernung eines Teils des Glaskörpers) auszusagen, welche allein aufgrund von subjektiv störenden Glaskörpertrübungen (Mouches volantes) durchgeführt wird. Dazu haben die Autoren die Aussagen von 24 Patienten und deren Augen (30) untersucht, die an der Augenklinik Bern zwischen 1992 und 2003 aufgrund von Mouches volantes vitrektomiert wurden.

Das Resultat: Alle Patienten wurden bezüglich störender Glaskörpertrübungen „asymptomatisch“ und sind mit der visuellen Funktion zufrieden, wobei meistens die Sicht verbessert wurde oder gleich geblieben ist. Die Kehrseite der Medaille: In 5 von 30 Augen ergab sich eine Verschlechterung der Sicht aus verschiedenen bekannten und unbekannten Gründen; in 5 weiteren Augen musste die Linse ersetzt werden (grauer Star); 4 Augen mussten nachträglich operiert werden, da sich eine Nachtstarmembran gebildet hatte; bei 5 Augen erhöhte sich der Innendruck, so dass eine drucksenkende Therapie eingeleitet werden musste. Von „Komplikationen“ wird nur in Fall eines einzigen Auges gesprochen, wo sich nach der Vitrektomie über Jahre hinweg krankhafte Veränderungen im Auge bildeten, welche durch Laser und Chirurgie behandelt werden mussten.
Während die meisten Trübungen von Patienten als „stark“ oder sogar „sehr stark“ störend empfunden wurden, konnten die Ärzte objektiv nur „ausgeprägte“ bzw. „mässige“ Trübungen in den Augen nachweisen. Anstatt das Problem einfach in die Psychen solcher Patienten zu verlegen, sprechen sich die Autoren der Studie dafür aus, den schwer quantifizierbaren subjektiven Leidensdruck als wichtiges Kriterium für die Bedingungen einer Pars-plana-Vitrektomie zu berücksichtigen.

Das Fazit der Studie ist eindeutig: In 96% der Fälle wurde die Trübung vollständig entfernt, 92% der Patienten sind auch noch Monate und Jahre nach dem Eingriff mit dem Resultat zufrieden und überzeugt. Eine Pars-plana-Vitrektomie aufgrund „idiopathsicher“ (subjektiv störender) Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes „vermag in solchen Fällen zur subjektiven Zufriedenheit und Verbesserung der Lebensqualität beizutragen“, auch wenn der objektive biomikroskopische Befund „wenig eindrücklich“ ist. Der subjektive Leidensdruck soll dabei vom Arzt gegen das individuelle Komplikationsrisiko abgewogen werden.

Quelle:
Roth, M. et al.: Pars-plana-Vitrektomie bei idiopathischen Glaskörpertrübungen, in: Klinische Monatsblätter der Augenheilkunde Nr. 222, 2005, S. 728-732.


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