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Re: Ein paar Fragen


DAS BEWUSSTSEIN SEHEN

Geschrieben von Toni Baldauf am 11. Mai 2006 10:50:24:

Als Antwort auf: Re: Ein paar Fragen geschrieben von Floco Tausin am 16. April 2006 17:46:08:

>Hallo Toni
>>1) Würdest Du Meditation/Spiritualität als die "richtige" Richtung sehen ? Weil ich komme teilweise mit den Begriffen in Deinem Buch nicht immer ganz klar, denke aber, dass im Prinzip das gleiche gemeint ist wie Meditation, Entspannung usw. ???
>Der Weg in der Leuchtstruktur, wie Nestor es ausdrückt, ist ein spiritueller Weg. Es geht darum, unser Bewusstsein weiterzuentwickeln, um zu begreifen, was wir selbst sind und was es wirklich ist, das sich tagtäglich vor unseren Augen abspielt. Meditation bringt uns auf diesem Weg weiter, denn Meditation bedeutet: Die Welt beobachten in einem Zustand, wo wir unsere Energie nicht für Gefühle oder Gedanken brauchen, sondern für die reine Wahrnehmung einsetzen. Ja, Meditation ist ein wichtiges Hilfsmittel in der Lehre Nestors. Nur lehrt Nestor keine „klassische“ Meditation (sitzen im Schneidersitz, geschlossene Augen), sondern eine Meditation mit offenen Augen. Das Konzentrationsobjekt dabei sind die Mouches volantes, die wir festzuhalten versuchen und zum Leuchten bringen. Diese Meditation sollte aber mit Leibes- und Atemübungen ergänzt werden, denn dies ist für die Ansammlung und für das ungehinderte Fliessen von Energie unerlässlich.
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>>2) Bin momentan hin-und hergerissen. Auf der einen Seite denke ich "diese lästigen Dinger, wenn die nur endlich weg wären" auf der anderen Seite ist in Deinem Buch zu lesen, dass gerade diese Mouches Volantes eine riesen Chance sind, um "weiterzukommen". Stelle mir vor, wenn ich mich mit den Dingern noch intensiver beschäftige, durchzudrehen, aber wie Du schreibst, sollte das wohl nicht der Fall sein, oder ?
>Wie ist es Dir ergangen, fandest/findest Du die Mouches Volantes niemals lästig ?
>Lästiges überwindest du, wenn du dich dem stellst, wenn du dich damit befasst, wenn du hinschaust, nicht wegschaust. Dies gilt auch für die Mouches volantes. Nimm dir regelmässig Zeit, auf deine Mouches volantes zu schauen. Du wirst viel entdecken: du wirst deine eigenen Punkte und Fäden kennenlernen, du wirst verstehen, wie sie sich bewegen, und wie du deine Augen bewegen musst, um sie im Gesichtsfeld zu halten; du wirst sehen, woraus sich diese Fäden zusammensetzen; du wirst erkennen, dass dieselben Punkte und Fäden manchmal schärfer, manchmal weniger scharf erscheinen; dass sie manchmal grösser, manchmal kleiner sind, und du kannst dich fragen, warum das so ist, etc.
>Dann kannst du dich auch fragen, warum dir deine Punkte und Fäden eigentlich lästig erscheinen. Warum willst du sie unbedingt weghaben? Warum glaubst du, durchzudrehen, wenn du dich intensiver mit ihnen beschäftigst?
>Zu Beginn waren die Mouches volantes für mich ebenfalls lästig. Ich wollte sie nicht sehen, denn ich kannte sie nicht, ich wusste nicht genau, was sie sind. Sie waren unfassbar, dunkel, stets in Bewegung. Die Erklärung der Augenärzte machte es mir nicht einfacher, sie bestätigte mir bloss, das Mouches volantes etwas Unerwünschtes sei.
>Erst Nestor machte mir klar, dass ich etwas als lästig empfinde, das ich gar nicht richtig sehen konnte. Ich wusste also gar nicht, wogegen ich mich sträubte. Ich hatte also Vorurteile gegenüber den Mouches volantes. Ich musste mich also zunächst mal richtig mit ihnen beschäftigen, d.h. ich musste sie richtig sehen lernen. Und was ich an ihnen beobachten konnte, deckte sich zum Teil mit Nestors Wahrnehmungen und Theorien. Und auf einmal wurden meine Mouches volantes etwas Faszinierendes, etwas sehr Individuelles, etwas, das eine tiefere Bedeutung für mich hat. Heute geniesse ich es, regelmässig meine Mouches volantes zu sehen, mit ihnen zu spielen, sie zu erforschen, sie durch Konzentration intensiver zu machen und zu beleuchten.

Hallo Floco,

vielen Dank für Deine Ausführungen. Ein paar Anmerkungen bzw. Fragen dazu hätte ich aber noch:

1. Wenn ich Dich bzw. Nestor richtig verstehe, ist es so, dass je mehr Energie ich habe, umso mehr von den Mouches Volantes ich sehen kann ? Könnte man das so ausdrücken.
Denn seit einiger Zeit -bilde ich mir zumindest ein- sehe ich mehr von den Dingern, und gleichzeitig beschäftige ich mich seit dieser Zeit vermehrt mit Meditation/Energiearbeit. Siehst Du da einen Zusammenhang ?

2. Eine vielleicht dumme Frage: Wie siehst Du Deine Mouches Volantes ? Sehen die bei Dir bereits so aus wie z.B. auf dem Buchumschlag, wenn Du in den blauen Himmel schaust (mit "normalem" Blick) oder musst Du die Augen zusammenkneifen ? Ich frage das deshalb, weil ich wenn ich "normal" schaue, ziemlich viele Schleier und dunklere Umrisse sehe, erst wenn ich meine Augen zusammenkneife (so eine Art Scharfstellung würde ich das beschreiben), sehe ich die einzelnen Punkte, Fäden, usw.
Desweiteren stellt sich die Frage, macht das überhaupt einen Unterschied ob "normal" schauen oder zusammenkneifen ?

3. Was genau verstehst Du unter "bewußtem" Konzentrieren auf die MV ? Heisst das mal kurz aus dem Fenster schauen, oder wirklich 2 Stunden in den Himmel sehen und die MVs beobachten ? Was ist dabei zu beachten ? Möglichst ohne Gedanken sein wie bei einer "normalen" Meditation, oder bereits die MVs zum Meditationsobjekt machen, wie bei einer Kerzenmeditation z.B. ?

4. Was habe ich unter "zum Leuchten bringen" zu verstehen ? Geht das in die Richtung, wie ich oben schon gefragt habe (wenn ich auf Scharfstellen gehe, sehe ich die Dinger genauer und damit auch klarer, aber leuchtender, das weiss ich nicht so genau) oder ganz andere Richtung ?

Vielen Dank schonmal im Voraus für die geduldige Beantwortung meiner vielleicht etwas dummen Fragen.

Viele Grüße
Toni



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