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Nicht repräsentative Umfrage unter Augenärzten zum Thema „Mouches volantes“


DAS BEWUSSTSEIN SEHEN

Geschrieben von floco.tausin (at) mouches-volantes.com am 02. August 2005 11:29:29:

Hallo!

Diese nicht repräsentative Umfrage unter 15 deutschsprachigen Augenärzten und -ärztinnen wurde von der Studentin Anja Blum aus wissenschaftlichem Interesse durchgeführt. Anlässlich einer Diskussion über Mouches volantes, hat sie mir freundlicherweise ihre Quellen zur Verfügung gestellt. Wer sich für den genauen Wortlaut der Quelleninhalte interessiert, bitte E-mail an: blum_anja@yahoo.de. Ich möchte Anja an dieser Stelle für ihre anregenden und kritischen Bemerkungen danken, auch wenn wir bezüglich der Mouches volantes sowie der Interpretation ihrer Auswertung nicht immer einer Meinung waren. Die Fragen, die Anja den Augenärzten gestellt hat, waren folgende drei:


Frage 1) Was genau versteht man unter „Mouches volantes“?
Für die meisten Ärzte (80%; 12) steht der Begriff „Mouches volantes“ für einen subjektiven Eindruck von im Raum fliegenden Punkte, Flecken, Trübungen etc. Damit ist nicht an sich schon eine Ursache oder Krankheit definiert. „Mouches volantes“ ist also eine Sammelbezeichnung für die unterschiedlichsten entoptischen Erscheinungen, die harmlos und normal oder auch in krankhaft sein können. Ein Drittel (33%; 5) der Befragten weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ursache eine normale degenerative Glaskörperveränderung und nicht therapiebedürftig ist.


Frage 2) Warum können Augenärzte die Mouches volantes im Auge des Patienten oft nicht nachweisen?
Rund 26% (4) geben an, dass der Augenarzt alle Mouches volantes objektiv feststellen kann. Für 40% (6) sind die Glaskörpertrübungen „oft“ oder „meistens“ sichtbar. 20% (3) relativieren, dass manche Mouches volantes nicht nachgewiesen werden könnten, während andere mit Hilfe der Spaltlampe und des Ophthalmoskop sichtbar sind. 13% (2) der Befragten antwortete, dass der Arzt sie meistens nicht sieht.
Für einen der Befragten (7%) hängt das Feststellen der Mouches volantes von der Fähigkeit des Arztes ab, mit dem Ophthalmoskop richtig zu fokussieren. Einer der Ärzte (7%) erklärt, dass die Trübungen, die gesehen werden, eher als „Weiss’scher Ring“ (Flocke vor dem Sehnervkopf) bezeichnet wird.


Frage 3) Warum verändern sich Mouches volantes bei Konzentration darauf? Warum werden sie kleiner, schärfer und leuchtend?
Von den Befragten nahmen 8 (53%) keine Stellung zu allgemeinen Veränderungen (Form, Grösse, Leuchten) der Mouches volantes. Für 47% (7) sind Veränderungen dagegen möglich oder bekannt aufgrund von Patientenaussagen.
Als Erklärung für die Feststellung von allgemeinen Veränderungen gaben 26% der Befragten (4) psychische Bedingungen an, wie z.B. das fokussierte Beobachten der Mouches volantes (Konzentration), Meditation, Autosuggestion, welche zu einem veränderten Bewusstseinszustand führen können, in welchem optische Illusionen möglich sind.

Spezifische Antworten zu Grösse und Form: Für manche Ärzte sind Grösse und Form abhängig von der Entfernung der Trübungen zur Netzhaut (13%) und ihren Bewegungen im Glaskörper (7%).
Spezifische Antworten zum Leuchten: 60% (9) der Ärzte nahmen keine Stellung zur Möglichkeit von einem Leuchten in den Mouches volantes; für 5 Befragte (33%) sind sie möglich, für 7% (1) dagegen unmöglich. Für die Erklärung des Leuchtens in den Mouches volantes gaben 2 (13%) an, dass Mouches volantes Licht streuen bzw. reflektieren könnten; für einen der Ärzte (7%) können nur kristalline Mouches volantes leuchten (z.B. eingelagertes Cholesterin), während ein anderer (7%) Lichtwahrnehmungen mit dem umgekehrten Nachbildeffekt erklärt: Der Schatten auf der Netzhaut erzeuge ein heller Fleck vor hellem Hintergrund.


Interpretation von Floco Tausin
„Mouches volantes“ ist ein Begriff für alle Trübungen im Glaskörper, harmlose und gefährliche. Interessant ist, dass „Mouches volantes“ nicht ein medizinisches Objekt bezeichnet, sondern eine subjektive Wahrnehmung.
In der Frage der objektiven Festellung von Mouches volantes gibt es dagegen keine Einigkeit. Das Spektrum reicht hier von „alle sind feststellbar“ bis zu „meistens sind sie nicht nachzuweisen“. Es scheint, als wären die Erfahrungen verschieden; ideologische Motivationen in den Antworten („Die Wissenschaft kann alles“) sind aber ebenfalls nicht auszuschliessen. Der richtige Umgang des Arztes mit den entsprechenden Geräten scheint dagegen nicht ins Gewicht zu fallen.

Bei der Frage, ob der Patient durch seine Beobachtung der Mouches volantes Veränderungen und Lichterscheinungen feststellen kann, fällt auf, dass mehr als die Hälfte nicht darauf eingegangen ist. Knapp die Hälfte räumt subjektiv sehbare Veränderungen, ein Drittel auch Lichterscheinungen der Mouches volantes ein. Diese werden allerdings unterschiedlich erklärt: nur wenige gehen auf physiologische, optische und physikalische Tatsachen ein; vielmehr spielt der psychische Zustand des Wahrnehmenden eine ausschlaggebende Rolle. Damit wird einerseits die Möglichkeit von leuchtenden Mouches volantes zugegeben, anderseits aber in den grösseren Rahmen von veränderten Bewusstseinszuständen eingeordnet, wo die Mouches volantes keine spezifische Rolle mehr spielen.

Grüsse
Floco Tausin



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